Corona hat uns alle im Griff

Bis Freitag, den 13. März 2020 haben die meisten von uns das Thema Corona Virus nicht so wirklich ernst genommen. Ja, da gab es viele Infektionsfälle in China, aber man fühlte sich erinnert an die künstlich erzeugte Panik bei der Vogelgrippe und der Schweinepest, wo die groß angekündigte globale Katastrophe letztendlich ausgeblieben ist.

Doch an diesem Tag sickerte durch, dass die Regierung hierzulande eine Ausgangssperre plant. Aus heiterem Himmel! Panik brach in der Bevölkerung aus, und die Menschen stürmten die Supermärkte und räumten alle Regale leer. Hatten wir uns bis dahin über alle lustig gemacht, die Nudeln und Klopapier gehamstert hatten, sahen wir uns plötzlich völlig fassungslos in der Situation, dass wir nicht genug Essensvorräte zu Hause hatten. Ich wollte ganz normal einkaufen und stand mit offenem Mund in einer Hofer Filiale, wo alles leer geräumt war. Nie werde ich diesen Anblick vergessen, und ich fühlte mich an Erzählungen meiner Mutter aus Kriegszeiten erinnert.

Zum Glück gelang es der Regierung, die Bevölkerung zu beruhigen, und als am Tag darauf die Supermarktregale wieder gut gefüllt waren, legte sich die Panik. Großen Dank an all die Handelsangestellten, die unglaubliches geleistet haben und noch immer tun!

Am darauffolgenden Montag, den 16. März 2020 verhängte die Regierung dann tatsächlich eine Ausgangsbeschränkung. Man dürfe das Haus nur mehr für unablässliche Arbeit, dringende Besorgungen oder Arztbesuche verlassen. Spazierengehen sei erlaubt, aber nur alleine oder mit Haushaltsangehörigen. Und Abstandhalten sei oberste Devise!

Unser Arbeitgeber hatte schon vorsorglich alles vorbereitet, dass sämtliche 1200 Mitarbeiter teleworken konnten. Homeoffice wurde bei uns zwar schon vorher genützt, doch nun waren auch Bereiche wie das Service Center davon betroffen. Viele von uns hatten gar kein Notebook, die Netzwerkkapazität musste hochgerüstet werden usw. Auch hier großen Dank an die Kollegen, die das binnen kürzester Zeit ermöglich haben!

Mit 17. März 2020 mussten alle Gastronomiebetriebe und alle Geschäfte schließen, die keine lebensnotwendigen Waren verkaufen. Von einem Tag auf den anderen sahen sich - vor allem Einzel- und Kleinunternehmer - ihrer Einkommensquelle beraubt!

Trotz allem muss ich sagen, dass ich die neu gewonnene Freiheit sehr genieße. Ich kann später aufstehen, erspare mir die Fahrt mit den Öffis. Das Wetter war in den ersten Tagen herrlich, ich konnte mich mit dem Notebook auf die Terrasse setzen. Die Natur erwachte, alles begann zu blühen, die Vögel zwitscherten. Alles kam zur Ruhe, man konnte endlich durchatmen!

Auch unser Reisemaskottchen Günter hat sich mit der Situation arrangiert. Eigentlich hätten wir für Ende April einen Thermenurlaub geplant. Inzwischen müssen wir davon ausgehen, dass er nicht stattfinden wird.

Und so nützt Günter die Zeit und lässt sich zu Hause verwöhnen, mit All Inclusive Programm.

 

Nun sind fast drei Wochen des Lockdowns vergangen. Für viele ist die Situation mittlerweile aber sehr herausfordernd. Viele leben auf engem Raum, haben weder Balkon noch Garten. Eltern, die Homeoffice machen, müssen "nebenbei" noch ihre Kinder unterrichten. Ärzte und Pflegepersonal sind in unermüdlichem Dauereinsatz und ständig der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt.  Immer mehr Unternehmen fahren den Betrieb auf Kurzarbeit herunter oder entlassen ihre Angestellten. Die versprochene Katastrophenhilfe lässt immer mehr Antragsteller durch den Rost fallen. Keiner kann abschätzen, wohin das alles noch führen wird.

Nun wurde das Tragen einer Maske beim Einkaufen vorgeschrieben - obwohl nicht ausreichend Masken vorhanden sind. Und so greifen viele Menschen selbst zu Nadel und Faden und schneidern sich Stoffmasken. So auch wir. Für uns Europäer fühlt sich das Tragen dieser Masken mehr als Maulkorb, denn als Schutz an. Und immer mehr Leute stellen sich die Frage: was passiert hier wirklich und wohin wird es führen?

Es gibt aber auch viele positive Seiten. Trotz Social Distancing rücken die Menschen zusammen. Nachbarn gehen für ältere Menschen einkaufen, man trifft sich mit Freunden und Familie in Videokonferenzen.
Lokale Unternehmer reagieren flexibel und stellen im Nu Lieferservices auf die Beine, und wir lernen zu schätzen, dass wir so viele tolle Anbieter in unserer Region und unserem Land haben. Manche Firmen stellen ihre Produktion um und fertigen Hygiene- und Schutzartikel. Was da plötzlich alles möglich ist ohne jahrelange Planung und Diskussion. In der Not sind wir kreativ!
Und die Umwelt atmet auf! Delfine kehren in Hafenbecken zurück, vormals dreckverhangene Himmel sind klar und blau. Viele Menschen reflektieren ihr bisheriges Leben, fragen sich, was in Zukunft anders werden darf, welch neue Möglichkeiten auch weiterhin genützt werden können.

Die große - von vielen erwartete Wende - hat schlagartig begonnen. Wir wussten alle, dass es nicht wie bisher weitergehen kann mit diesem Planeten Erde und seinen rücksichtslosen Bewohnern - uns Menschen. Mit Corona ist auf einen Schlag die ganze Welt zum Stillstand gekommen.

Ja, die Wirtschaft wird einbrechen. Aber wir wussten doch schon lange, dass das bisherige System am Ende ist. Nun sind wir gezwungen, etwas - nein alles - zu ändern. Machen wir das Beste daraus, für uns und alle, die noch nach uns kommen. Wir sind verpflichtet, ihnen ein Leben in Wohlstand und Fülle (und damit eine ich nicht Geld!) zu ermöglichen.

  • Bleibt zu Hause, bleibt gesund! Und habt euch lieb! 
     
Gelesen 203 mal Letzte Änderung am Samstag, 04 April 2020 13:10
Manuela

Künstlerin und Betreiberin dieser Homepage und des Onlineshops

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